Karate Do

Das Karate-Do ist eine Methode, die der Entwicklung von Körper und Geist dient. Das angestrebte Ziel ist die Selbsterkenntnis. Dazu dient ein Training, das aus zwei Einheiten besteht:

  1. Training von Techniken aus der Kampfkunst, wobei die Durchführung nach der Philosophie der „leeren Hand“ erfolgt. In der Bezeichnung Karate-Do (Kara= leer, Te = Hand, Do = Weg) findet dies ihren Ausdruck.
  2. Meditation und Konzentration nach dem Zen-Prinzip. Zen ist eine dynamische Philosophie vom Sein. Sie findet Anwendung in einem Rat, den der Meister TEKUAN seinem Schüler YAGYO TAJIMA-NO-KAMI erteilte: „Wenn die Schwerttäger sich einander zuwenden, dürfen sie nicht an den Gegner denken und auch nicht an sich selbst. Auch das Schwert des Gegners ist gleichgültig. Man ist eins mit dem Schwert. Die Schwerttäger vergessen alle Technik und sind bereit, den Befehlen des Unterbewußtseins zu folgen. Es ist nicht der denkende Mensch, der das Schwert bewegt, sondern das Unterbewußtsein.“

Auch wenn im ShitoRyu Karate kein Schwert verwendet wird, so gilt das gleiche Prinzip: Ist eine bestimmte Stufe der Übung erreicht, tritt das Bewußtsein zurück. Die Bewegungen des Gegners spiegeln sich im Kopf und die Reaktion erfolgt direkt aus dem Unterbewußtsein heraus. Es ist also nicht nur die Kenntnis der Technik wichtig. Die Intuition spielt ebenso eine große Rolle.

Die Vorläufer des Karate entstanden vor mehr als 1000 Jahren in China. Karate Do hat sich aus der Kampfkunst der leeren Hand entwickelt, die über lange Zeit auf der Insel Okinawa (Japan) geheim weitergegeben wurde. Es ist eine Kunst der Selbstverteidigung. Durch verschiedene Techniken, bei denen der ganze Körper eingesetzt wird, kann ein Gegner besiegt werden; z.B. durch gerade oder kreisförmige Hand- oder Fausttechniken, Fußtritte, Wurf- und Hebeltechniken. Über Okinawa gelangte die „Kunst der leeren Hand“ nach Japan und wurde seit Beginn des 19. Jahrhunderts zum Karate und ihren verschiedenen Stilrichtungen weiter entwickelt.

Die chinesischen Schriftzeichen im Namen Shin Gi Tai Kai e.V. bedeuten Seele, Technik und Körper. Diese drei Dinge sollen eine Einheit bilden bei der Ausübung des Karate Do.

Shin Gi   Tai  

Karate Do ist nicht nur eine Kampftechnik oder Sportart. In erster Linie werden Körper und Geist geschult. Letztendlich dient Karate der Selbsterkenntnis. Diese Kunst wird geübt, um die Würde eines Weisen zu erlangen.

Die beiden Karate Grundregeln lauten:  

1. „Kun shi no ken“ (Karate ist die Faust des Weisen)  
2. „Karate ni sente nashi“
(Karate beginnt nie mit einem Angriff)

Traditionell bilden die Katas eine festgelegte Abfolge von Techniken, den Mittelpunkt und die Basis des Karate-Do. Sie können von Menschen jeden Alters, allein oder in der Gruppe geübt werden. Katas und andere Übungen stärken die geistige Energie und Konzentration und das körperliche Wohlbefinden.  

          „Karate Do tai kyu ku kata“ (Die Form ist die Essenz des Karate Do)